Die Textilindustrie ist einer der größten Industriezweige der Welt. Die Textilindustrie der EU ist eine KMU-basierte Industrie. Der Lebenszyklus von Textilien umfasst Rohstoffgewinnung, Stoffherstellung, Bekleidungsherstellung, Transport, Nutzung und Lebensende: Entsorgung, Wiederverwendung, Recycling, Verwertung. Aufgrund einer großen Anzahl von Produkten, die weltweit hergestellt, verwendet und entsorgt werden, hat die Textilindustrie einen großen ökologischen und sozialen Einfluss.
Was umfasst die Textilbranche?
Der Textilsektor ist ein sehr breiter Sektor und umfasst den gesamten Lebenszyklus von Artikeln aus Textilien. Dazu gehören der Anbau von Naturfasern, die Herstellung von Synthesefasern, die Aufbereitung und Spinnerei von Textilfasern sowie die Textilweberei und Gewebeveredelung. Ferner gehören zum Textilsektor Bekleidung, Herstellung von konfektionierten Textilwaren, Herstellung von Leder und verwandten Produkten, Herstellung von Pelzartikeln usw.
Auch die Sammlung, Verwertung, das Recycling und die Verwertung von Textilabfällen und alle damit zusammenhängenden Vorgänge gehören zum Textilsektor.
Welche Bedeutung hat die Textilindustrie in der EU?
Die Textilindustrie ist ein sehr vielfältiger Sektor, der in der europäischen verarbeitenden Industrie und insbesondere in vielen Regionen Europas für Wirtschaft und Wohlstand eine wichtige Rolle spielt.
Es gibt 185.000 Unternehmen mit 1,7 Millionen Beschäftigten (6 % des europäischen verarbeitenden Gewerbes), welche einen Umsatz von 166 Milliarden EUR erwirtschaften. Der Sektor in der EU basiert hauptsächlich auf sehr kleinen und kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten.
Was ist der Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung?
Der Lebenszyklus sind die „aufeinander folgende und miteinander verbundene Phasen eines Produkt- (oder Dienstleistungs-)Systems, von der Rohstoffgewinnung oder Gewinnung aus natürlichen Ressourcen bis zur endgültigen Entsorgung. Die Lebenszyklusphasen umfassen die Beschaffung von Rohstoffen, Design, Produktion, Transport/Lieferung, Nutzung, Entsorgung und Endlagerung.“ (ISO 14001).
Der Lebenszyklus von Textilien umfasst die Rohstoffgewinnung, die Stoffherstellung, die Bekleidungsherstellung, den Transport, die Nutzung sowie die End-of-Life-Phase: Entsorgung, Wiederverwendung, Recycling oder Verwertung.
Was ist eine Ökobilanz eines Produktes?
Life-Cycle-Assessment ist eine Analysetechnik, die auf der Bewertung der ökologischen und/oder sozialen Auswirkungen basiert, die mit allen Phasen des Lebenszyklus eines Produkts verbunden sind, von der Rohstoffgewinnung über die Materialverarbeitung, Herstellung, Verteilung, Verwendung und Entsorgung als Cradle-to-Grave (Lineal Economy) oder Cradle-to-Cradle (Circular Economy).
Die Ökobilanz durch Energie- und Stoffinventare während des Produktlebenszyklus berechnet Emissionen, Einleitungen und produzierte Abfälle und wandelt die Ergebnisse in Umweltauswirkungen um. Dies liefert ein Verständnis des Umweltprofils eines Produkts.
Der soziale Lebenszyklus berechnet die sozialen Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus des Produkts, um das soziale Profil des Produkts zu erhalten.
Mit den obigen Ergebnissen und unter Verwendung geeigneter Protokolle und Methoden kann das Nachhaltigkeitsprofil eines Produkts oder einer Dienstleistung erstellt werden.
Was bedeutet „Umweltwirkung“ und „Soziale Wirkung“?
Die Umweltauswirkungen sind das Ergebnis einer Veränderung der Umweltbedingungen, die durch natürliche oder menschliche Aktivitäten verursacht werden.
Der UE-Umweltfußabdruck (EF3.0 v1.0) verwendet die folgenden Umweltwirkungskategorien:
- Klimawandel (CO2-Äquivalent).
- Ozonabbau.
- Ionisierende Strahlung.
- Photochemische Ozonbildung.
- Partikelangelegenheiten.
- Humantoxizität, nicht krebserregend.
- Humantoxizität, Krebs
- Ansäuerung.
- Eutrophierung Süßwasser.
- Eutrophierung marine.
- Eutrophierung terrestrisch.
- Ökotoxizität Süßwasser.
- Bodennutzung.
- Wasserverbrauch.
- Ressourcenverbrauch, Fossilien.
- Ressourcenverbrauch, Mineralien und Metalle.
Eine soziale Wirkung ist eine Möglichkeit, den Beitrag zu den sozialen und soziologischen Aspekten im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung zum Wohle der Menschen zu messen.
Die soziale Ökobilanz bewertet die sozialen Auswirkungen innerhalb der folgenden Kategorien:
- Arbeitnehmerrechte und menschenwürdige Arbeit.
- Gesundheit und Sicherheit.
- Menschenrechte.
- Führung.
- Gemeinschaftsinfrastruktur.
In diesem Sinne ist das Social Life Cycle Assessment (SLCA) in Bezug auf die Messung der sozialen Auswirkungen auf die Lieferkette eine Methode um die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Textilindustrie zu messen. Es gibt aber verschiedene Instrumente und Methoden.
Die wichtigsten Instrumente und Methoden, die heute zur Messung von Umweltauswirkungen verwendet werden, sind Life Cycle Assessment (LCA) und Footprints. Mit Blick auf die Umweltauswirkungen ist die Ökobilanz-Methodik für die Europäische Kommission (2003) die an der besten geeigneten Methode, um die Umweltauswirkungen entlang der Lieferketten von der Rohstoffgewinnung bis zur endgültigen Entsorgung zu messen. Die International Standards Organization hat es in den Standards ISO 14040 und den an den häufigsten angewandten Methoden in der wissenschaftlichen Literatur standardisiert. Die SoGReS-MF Research Group schlägt im Rahmen des SMART H2020 Projekts ein Sustainability Assessment Framework (SAF) entlang der Lieferkette vor. (Weitere Informationen zur Anwendung von SAF und den wichtigsten Ergebnissen finden Sie im folgenden Bericht)
