Geschäftsmodelle zur Verlängerung der Produktlebensdauer verlängern die Lebensdauer von Produkten durch langlebiges Design, Wiederverwendung und Reparatur sowie Wiederaufarbeitungs-/Aufarbeitungsstrategien.

Was ist es?

Modelle zur Verlängerung der Produktlebensdauer beinhalten – wie der Name schon sagt – die Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten (OECD, 2019). Ziel ist es, dass Materialien länger in der Wirtschaft verbleiben und dadurch die Gewinnung neuer Ressourcen reduziert wird. Um dies zu erreichen, können Hersteller ihre Produkte so gestalten, dass sie ihre Langlebigkeit und Haltbarkeit erhöhen (auch als Long-Life-Modell bezeichnet), wie beispielsweise die LED-Glühbirne (OECD, 2019; Rizos et al., 2017). Darüber hinaus stellen Wiederverwendungs- und Reparaturaktivitäten sicher, dass Produkte über einen längeren Zeitraum verwendet werden, anstatt nach einigen Monaten oder Jahren entsorgt zu werden. Darüber hinaus sorgen Remanufacturing-Prozesse dafür, dass Produkte in eine völlig neue Nutzungs- oder Produktlebensdauer eintreten können (OECD, 2019). Produktverbesserungen durch Design scheinen weniger verbreitet zu sein als durch Wartungs- und Wiederherstellungsverfahren (Ertz et al., 2019).

Lüdeke-Freund et al. (2019) hat die oben genannten drei Strategien neu zusammengestellt und drei Geschäftsmodellmuster skizziert, die in die Kategorie der Verlängerung der Produktlebensdauer passen, nämlich Reparatur und Wartung, Wiederverwendung und Neuverteilung, Aufarbeitung und Wiederaufbereitung.

In welchem ​​Kontext ist eine Verlängerung der Produktlebensdauer sinnvoll?

Modelle zur Verlängerung der Produktlebensdauer werden nicht unbedingt vom Originalgerätehersteller (OEM) vorangetrieben, mit Ausnahme des klassischen Modells mit langer Lebensdauer (siehe unten). Dies eröffnet Geschäftsmöglichkeiten für Dritte, die Reparatur-, Aufarbeitungs- oder Wiederaufbereitungsdienste anbieten können. Die (nach-)produzierten Produkte sind von ähnlicher Qualität, jedoch zu deutlich geringeren Kosten (OECD, 2019). OEMs übernehmen hauptsächlich aus zwei Gründen Aktivitäten zur Verlängerung der Lebensdauer. Erstens ist die Einführung dieser Modelle eine strategische Entscheidung, um dem Wettbewerb durch Dritte zu begegnen und gleichzeitig die Kundenbindung zu fördern. Zweitens können Beschaffungsrisiken bestimmter Materialien, wenn wir die Wiederaufarbeitung in Betracht ziehen, teilweise gemindert werden (OECD, 2019).

Was ist bei der Verlängerung der Produktlebensdauer Ihrer Angebote zu beachten?

Klassisch lange Lebensdauer: Unternehmen, die qualitativ hochwertigere Produkte herstellen, haben die Möglichkeit, ihren Kunden höhere Preise zu berechnen, wodurch sie niedrige Verkaufsmengen durch eine Premium-Preisstrategie ausgleichen können (OECD, 2019). Diese Art von Produkten sind in der Regel langlebiger und konzentrieren sich auf den Kundenservice, z. B. durch Reparaturdienste (Bocken et al., 2016 ; Rizos et al., 2017). Dies reduziert die sogenannte geplante Obsoleszenz (d.h. Produkte werden zum Zerbrechen gebracht), die oft eine übermäßige Nutzung natürlicher Ressourcen auslöst und Umweltschäden verursacht (Guiltinan, 2009; Lacy und Rutqvist, 2015). Der Verkauf des Produkts als Dienstleistung statt des Produkts selbst könnte eine Lösung sein (weitere Details finden Sie im Abschnitt „Produkt als Dienstleistung“ – Geschäftsmodelle) (Rizos et al., 2017). Dies könnte jedoch in einigen Fällen die Marktdurchdringung verzögern, z.B. für Haushaltsgeräte oder Autos, da der Übergang von einer Produktgeneration zur anderen durch bestimmte Vorteile wie einen geringeren Energie- oder Kraftstoffverbrauch gekennzeichnet sein könnte.

Direkte Nutzung: In vielen Fällen entscheiden sich Verbraucher, vorhandene Produkte durch aktualisierte Versionen zu ersetzen. Die Direktnutzungsstrategie versucht, die Entsorgung funktionsfähiger Produkte zu verhindern und im Umlauf zu halten. Anstelle von OEMs besetzen Dritte diesen Platz auf dem Markt, indem sie bestehende Waren vertreiben, z. B. über Internet-Reselling (OECD, 2019). Der Restwert des Produkts sollte für den Wiederverkauf hoch genug sein, da die erzielten Margen in der Regel gering sind. Dies kann nur gewährleistet werden, wenn weitestgehend unbeschädigte Produkte in einem guten Zustand weiterverkauft werden. Allerdings müssen Internet-Verkaufsplattformen sicherstellen, dass eine kritische Masse von Verkäufern und Käufern vorhanden ist (OECD, 2019). Wartung und Reparatur und Aufarbeitung/Wiederaufarbeitung: Durch die Reparatur oder den Austausch defekter Komponenten stellt die Produktwartung und -reparatur sicher, dass die Produkte ihre volle erwartete Lebensdauer erreichen. Eine höhere Prämie und die Kundenbindung sowie eine höhere Markentreue sind zentrale Vorteile (OECD, 2019). Refurbishment und Remanufacturing beinhalten die Restaurierung gebrauchter Produkte, entweder für den Wiederverkauf oder gegen eine zusätzliche Gebühr an (neue) Besitzer. Beim Refurbishment steht die ästhetische Verbesserung im Vordergrund, während das Remanufacturing die Wiederherstellung gebrauchter Produkte in ihrem ursprünglichen Funktionszustand beinhaltet (OECD, 2019).